Die Bahn nimmt’s genau

Posted on April 9, 2013

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…zumindest wenn ich die heutige Ansage am Hamburger Hbf als Indiz nehme: „Meine Damen und Herren, der ICE von Hamburg Altona nach Berlin Südkreuz wird heute mit circa fünf bis sieben Minuten Verspätung eintreffen“. Das ist genauer un d ehrlicher als die Anzeige, die eine Verspätung von circa fünf Minuten angibt, Man möchte als Bahnreisender ja schließlich wissen, woran man ist und ob man eventuell noch Zeit hat, eine Flasche Bier für den Heimweg zu erstehen, ohne dass der Zug just in den Moment ein- und wieder ausfährt, während man sich in der Schlange an der Kasse die Beine in den Bauch steht, weil eine ältere Dame weiter vorne sagt: ‚Warten Sie, ich  glaube, ich hab es passend…‘ Ja, diese Situationen kennt ihr auch, oder? Aber dazu könnte ich bei anderer Gelegenheit einen Roman schreiben.

Irritierend ist allerdings die obligatorische englische Ansage im Anschluss: „Ladies and Gentlemen“, (ich verzichte auf eine lautsprachliche Transkription der Ansage – denkt euch einfach das durchschnittliche Zugbegleiterenglisch dazu, denn in Hamburg sind die Ansagen tatsächlich immer noch live und kommen n icht aus der Konserve), also: „Ladies and Gentlemen, the ICE from Hamburg Altona to Berlin Südkreuz will be late by five to eight minutes“.  Hm, ist die Dame einfach im deutschen oder wahlweise im englischen Zahlenraum bis zehn nicht so sicher oder hat sich in den Sekunden zwischen der ersten und zweiten Ansage die Verspätung einfach vergrößert?

Ich denke darüber nach, bis der Zug schließlich mit zwölf Minuten Verspätung eintrifft.

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Posted in: Bahnfahren